Landesflagge St. Helena

St. Helena

Auf einen Blick

Hauptstadt:
Jamestown
Amtssprache:
Englisch
Währung:
St. Helena Pfund
Kontinent:
Afrika
 

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Verstecktes Britisches Überseegebiet

Wesentlich mehr als die letzte Residenz Napoleons: St. Helena.

St. Helena. Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit © St. Helena Tourism

Lage

St. Helena gilt als eine der isoliertesten Inseln der Welt, im Südatlantik zwischen dem südlichen Afrika und Südamerika gelegen.
Zur Küste Namibias sind es ca. 2.200 km, zur Küste Brasiliens ca. 3.500 km.

St. Helena ist die Hauptinsel des gleichnamigen Britischen Überseegebietes, zu dem auch noch Ascension Island (Himmelfahrtsinsel) und Tristan da Cunha gehören.

Geschichte

Durch ihre Abgeschiedenheit von Kontinenten gab es auf der Insel nie eine indigene Bevölkerung. St. Helena blieb bis ins 16. Jahrhundert unbewohnt. Um 1600 kamen portugiesische Eroberer, eine Holländische Besetzung dauerte bis 1651, wonach die britische Ostindien-Kompanie die Insel übernahm. 1673 wurde die Insel wieder kurz von Holland besetzt, danach jedoch endgültig und bis heute von den Briten übernommen und verwaltet. Die kleine Hauptstadt ist Jamestown.

Vielen ist St. Helena ein Begriff als letzter Verbannungsort Napoleons, wo er 1821 starb. Zur Zeit der Britischen Ostindien Kompanie war St. Helena eine wichtige Station auf der Schiffsroute von Europa um das Kap der Guten Hoffnung nach Ostasien. Mehr als tausend Segelschiffe pro Jahr gingen damals vor St. Helena vor Anker. Mit der Eröffnung des Suezkanals 1869 verlor die Insel ihre Bedeutung und geriet in ihrer Isolation fast in Vergessenheit. Nur durch regelmäßige finanzielle Unterstützung aus Großbritannien konnte die Insel bis heute überleben.

Bevölkerung

Der wirtschaftliche Niedergang der Insel nach der Eröffnung des Suezkanals zwang viele Bewohner die Insel zu verlassen um im Mutterland Großbritannien oder sonst wo Arbeit zu suchen. Die Bevölkerung schrumpfte um mehr als die Hälfte auf heute nur noch ca. 4.200 Einwohner.

Das Erscheinungsbild der Bevölkerung ist ebenso bunt und vielfältig wie die Geschichte der Insel. Die Abgeschiedenheit hat die Nachfahren von befreiten Sklaven sowie Arbeitern und Seeleuten aus Afrika, Ostindien und Asien zu einer eng verknüpften Gemeinschaft geformt, in der alle Bevölkerungsgruppen gut miteinander auskommen. Stolz nennen sie sich alle 'Saints'. Und noch etwas haben sie gemeinsam: Ihre unglaubliche Freundlichkeit, auch Besuchern gegenüber. Jeder grüßt jeden und winkt auch beim Autofahren.

St. Helena. Jacobs Ladder über Jamestown © Dan FulwilerSehenswürdigkeiten

St. Helena ist ein Reiseziel für Globetrotter, Entdecker und Naturliebhaber. Ein Geheimtipp für Kenner, denn Massentourismus und von Palmen umrahmte feine Sandstrände, wie in der Karibik oder dem Indischen Ozean, findet man hier nicht. Das Klima ist allerdings subtropisch angenehm.

Wenn man sich mit dem Schiff der Insel nähert erblickt man kahle und schroffe, abweisende Felswände. Das natürliche Schutzschild der Insel. Doch der erste Eindruck täuscht. Im Inneren der Insel, eröffnet sich dem Besucher ein ganz anderes Bild: Eine subtropisch bunte und abwechslungsreiche Landschaft, Berge, Hügel und Täler, von einer vulkanischen Farbpalette bis hin zu grünen Weiden wie in Schottland. Exotische Pflanzen, die es nur hier gibt. Dazu zahlreiche Zeugnisse aus einer bewegten. Vergangenheit. Unglaubliche Kontraste auf nur 121 qkm Fläche.

St. Helena muss man mit den Augen und der Seele entdecken. Eine Aufzählung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten wird dem Erlebnis nicht gerecht. Dennoch, hier ist sie:

Die kleine Hauptstadt Jamestown mit ihren viktorianischen Häusern verbreitet koloniale Atmosphäre pur. Von der Stadt führen die 699 (!) Stufen der Jacobs Ladder steil zum Ladder Hill hinauf (Rekord ca. 5 Minuten !). Den Regierungssitz, 'The Castle', schmückt noch das Wappen der Britischen Ostindien Kompanie. Die älteste anglikanische Kirche der südlichen Hemisphäre, ein interessantes Museum sowie Geschäfte und Lokale runden das Bild ab. Von der Uferpromenade aus erlebt man die schönsten Sonnenuntergänge.

Überall entlang der Küste findet man noch Reste alter Befestigungsanlagen und verrostete Kanonenrohre aus vergangenen Zeiten.

Im Inneren der Insel befinden sich dann einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Häuser, in denen Napoleon bis zu seinem Tod 1821 die letzten Jahre im Exil verbrachte, in Longwood und The Briars. Diese historischen Gebäude werden liebevoll von der französischen Regierung gepflegt und gelten als französisches Hoheitsgebiet. Ein Rundgang durch die original erhaltenen Räume und Einrichtungen ist mehr als nur ein Museumsbesuch. Der Kurator ist gleichzeitig französischer Konsul auf St. Helena. Auch die Grabstätte Napoleons kann man besuchen, Napoleon hat den Platz selbst ausgesucht, an einem besonders schönen Ort. 1840 wurden seine Überreste allerdings nach Paris überführt und im Invalidendom beigesetzt.

Eine imposante Sehenswürdigkeit ist Plantation House, die Residenz des Gouverneurs. Er ist der Vertreter der Britischen Königin. Im Garten vor der Residenz lebt - so sagt man - die älteste lebende Kreatur der Welt, die ca.180 Jahre alte Riesenschildkröte 'Jonathan'.

Die höchste Erhebung der Insel ist der Diana's Peak mit 823 m. Zwei Nationalparks schützen die Landschaft. Mehrere Wanderrouten 'Postbox Walks' verschiedener Schwierigkeitsgrade erlauben Erkundungen im grünen Inneren der Insel. Am westlichsten Punkt der Insel erhebt sich inmitten des Regenwaldes die Basaltsäule Lot´s Wife 463 Meter in die Höhe. Die alte Befestigungsanlage 'High Knoll Fort' überragt die Landschaft und erlaubt einen ungehinderten Blick über die Insel und zur Küste. Ein Friedhof erinnert an die Zeit des Burenkrieges.

An der Küste und unter Wasser gibt es noch mehr zu entdecken. Bootsausflüge werden von Schwärmen von Delphinen begleitet. Zu bestimmten Jahreszeiten besuchen die gewaltigen, bis zu 12 m langen, aber gutmütigen Walhaie die Gewässer der Insel, ein besonderes Erlebnis für Schnorchler und Taucher.

Erreichbarkeit

Zur Zeit, und voraussichtlich nur noch bis Anfang 2016, kann man ca. alle drei Wochen von Kapstadt/Südafrika aus mit dem königlichen Postschiff 'RMS St. Helena' die Insel erreichen. Die Überfahrt dauert ca. 5 Tage. St. Helena hat keinen Hafen. Per Schiff ankommende Passagiere werden mit kleinen Booten an Land gebracht.

Eine zweite Möglichkeit besteht ebenfalls mit dem königlichen Postschiff 'RMS St. Helena' alle paar Wochen von Ascension Island (Himmelfahrtsinsel) aus. Diese Überfahrt nach St. Helena dauert 2-3 Tage. Nach Ascension Island kommt man mit Charterflügen der Britischen Luftwaffe ab dem Militärflughafen Brize Norton in Südengland. Ein Rückflugticket kostet ca. 1.000 Pfund, Es muss mindestens 28 Tage im voraus gebucht werden.
Auf der Internetseite der St. Helena Line findet man nähere Informationen über das Königliche Postschiff sowie die Flüge nach Ascension Island (siehe weiterführende Links).

Wer es nostalgisch mag, sollte St. Helena bald besuchen. Zur Zeit kommen mit dem Postschiff weniger als tausend Touristen pro Jahr. Dazu noch einige Privatyachten und gelegentlich Tagesbesucher von Kreuzfahrtschiffen, sofern bei ruhiger See ein Landgang möglich ist.. Ab 2016 wird das Königliche Postschiff außer Dienst gestellt, St. Helena bekommt dann seinen eigenen Flughafen. Erwartet werden Flüge ab Kapstadt/Südafrika und eventuell später auch aus England.

Einige Tipps

Es gibt auf St. Helena erst wenige Unterkünfte für Touristen. Es empfiehlt sich also vorher zu reservieren. Neben 3 kleinen Hotels gibt es Ferienwohnungen und Privatzimmer zu mieten.
Es wird erwartet, dass mit Eröffnung des Flughafens zusätzliche neue Hotels entstehen werden.

Das Straßennetz auf St. Helena ist geprägt von schmalen (meist einspurigen) und zum Teil steilen Straßen. Es herrscht Linksverkehr. Öffentliche Buslinien gibt nur sehr beschränkt. Es gibt Taxi und Mietwagen sowie lokale Reiseführer mit PKW oder Kleinbus, die Besucher zu den Sehenswürdigkeiten begleiten.

Es gibt nur eine Bank, die auch bestimmte Kreditkarten akzeptiert. Internetzugang ist vorhanden, Mobiltelefone sollen 2015 eingeführt werden. Der Nachweis einer ausreichenden Kranken- und Unfallversicherung für den Aufenthalt ist zwingend erforderlich.

Nähere Auskünfte auf der Webseite des Tourist Office von St. Helena (siehe weiterführende Links)

Zahlen und Fakten St. Helena

Währung

St. Helena Pfund (entspricht dem Britischen Pfund).

Geographie

Höchste Berge

  • Dianas's Peak 823 m (St. Helena)
  • The Peak Green Mountain 859 m (Ascension Island)
  • Queen Mary's Peak 2060 m (Tristan da Cunha)

Flächen

  • St. Helena 121 qkm
  • Ascension Island 88 qkm
  • Tristan da Cunha 98 qkm

Quelle: Dieser Text wurde kostenlos zur Verfügung gestellt von Pietro de Marchi (Stand: 2014/02).

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St. Helena. Jacobs Ladder über Jamestown © Dan Fulwiler St. Helena. Ankunft in Jamestown © St. Helena Tourism St. Helena. Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit © St. Helena Tourism St. Helena. Fort High Knoll © St. Helena Tourism
St. Helena. Jacobs Ladder über Jamestown
© Dan Fulwiler
St. Helena. Ankunft in Jamestown
© St. Helena Tourism
St. Helena. Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit
© St. Helena Tourism
St. Helena. Fort High Knoll
© St. Helena Tourism
Longwood House auf St. Helena. Über Napoleons letztem Exil weht heute noch die französische Fahne © Domaines français de Sainte-Hélène Napoleons Grabstätte auf St. Helena © Domaines français de Sainte-Hélène St. Helena. Blick über die Insel © St. Helena Tourism St. Helena. Diana's Peak National Park © St. Helena Tourism
Longwood House auf St. Helena. Über Napoleons letztem Exil weht heute noch die französische Fahne
© Domaines français de Sainte-Hélène
Napoleons Grabstätte auf St. Helena
© Domaines français de Sainte-Hélène
St. Helena. Blick über die Insel
© St. Helena Tourism
St. Helena. Diana's Peak National Park
© St. Helena Tourism
St. Helena. Das Postschiff wird immer sehnlichst erwartet! © St. Helena Tourism St. Helena zur Zeit der Britischen Ostindien Kompanie St. Helena aus dem Weltraum © NASA Landkarte St. Helena
St. Helena. Das Postschiff wird immer sehnlichst erwartet!
© St. Helena Tourism
St. Helena zur Zeit der Britischen Ostindien Kompanie St. Helena aus dem Weltraum
© NASA
Landkarte St. Helena